Trennung auf Italienisch    

Boulevardkomödie von Tina Segler

 

Besetzung: 6 D, 3 H

1 Bühnenbild

Gesamtdauer: ca. 110 min

 

Inhaltsangabe:

Stefan hat ein Problem: Alle Frauen fahren auf ihn ab und er auf sie. Da war er auch nie zimperlich was die Wahrheit um seine Person angeht. Wenn man mehrere Verhältnisse auf einmal unterhält, muss man sich schon etwas einfallen lassen um nicht aufzufliegen.

Gerne verwendet er auch einmal das Pseudonym Alberto Amore unter dem seine Schwester Steffi für eine Männerzeitschrift amoröse Abenteuer schreibt und damit ungeheuren Erfolg hat, da sie einfach nur das Liebesleben ihres Bruders veröffentlicht!

Das Leben als Frauenheld ist jedoch auf Dauer ziemlich anstrengend und man wird ja schließlich nicht jünger. Um endlich seriös zu werden, beschließt Stefan zu heiraten und zwar die selbstbewusste Psychologin Caro, Vorsitzende des Frauenverbandes Emanza e. V.. Es ist nicht schwer zu erraten, dass diese von seinem Vorleben besser nichts erfahren sollte. Denn Caro hat Männern wie Stefan den Kampf angesagt. Ihrer Freundin Alice ist sie daher ein leuchtendes Vorbild.

Stefan muss sein altes Leben für Caro aufzugeben. So verabschiedet er sich von all seinen Gespielinnen. Nur eine macht ihm Schwierigkeiten: Maria, eine heißblütige Sizilianerin mit einem noch heißblütigeren Bruder, der darauf besteht, dass Stefan Maria zur Frau nimmt wie versprochen. Das heißt, eigentlich hat Stefan sich nicht mit Maria verlobt sondern Alberto Amore, denn als solcher hatte er sich ihr vorgestellt. Um aus dieser Geschichte lebendig heraus zu kommen bedarf es mehr als nur einer Lüge und selbst Münchhausen könnte man am Ende der Geschichte gegen Stefan und seine Freunde einen wahrheitsliebenden Menschen nennen. Denn wenn eine fingierte Beerdigung und eine echte Hochzeit auf den gleichen Termin fallen, wird es wirklich schwierig. Vor allen Dingen, wenn ein Pseudonym plötzlich eine reale Witwe mit Tochter hat, wird es kritisch…

 

Personen:

Stefan Naumann                           Frauenheld, der heiraten will um endlich erwachsen zu werden

Sina                                              Freundin von Stefan

Steffi Naumann                            seine Schwester und unfreiwillige Helferin

Caro                                             Verlobte von Stefan, Vorsitzende der Emanza                     

Alice                                             Freundin von Caro aus dem Emanza e. V.

Felix                                             Bestatter, bester Freund von Stefan

Margarete                                         will die Witwe von Alberto sein

Mario Linguini                               Mafiosi, will Stefan zum Schwager

Albertina                                         Tochter von Margarete

 

Ort der Handlung:

Wohn/Esszimmer einer modern eingerichteten Jugendstilvilla in der Wohnung von Steffi, die zusammen mit ihrem Bruder ein Haus bewohnt. Eine Tür des Bühnenbildes führt zum Hausflur, eine andere zum Schlafzimmer.

 

 1. Akt   1. Szene

Auftretende Personen: Stefan, Sina, Steffi

(Stefan sitzt am Telefon. Er hat gerade erst aufgelegt als es erneut klingelt. Sina betritt den Raum.)

Stefan: Ja, ich bin sicher, dass Sie falsch verbunden sind. Wie? Nein, Ihre Informationen stimmen nicht. Hier wohnt kein Alberto Amore! Der ist verzogen! Nein, meine Dame, Sie vertun sich. Ich habe nicht seine Stimme. Nein, Mira...Frau Ich-weiß-nicht-wer-sie-sind, ich bin nicht Alberto Amore und ich kenne auch keinen der so heißt.Wiederhören! (Legt auf ) Oder besser nicht. (Wieder schellt das Telefon). Hier Stefan Naumann. Was? Nein, hier gibt es keinen Alberto Amore. (Er legt auf, es klingelt sofort wieder)…Naumann! Nein, zum Donnerwetter noch mal, hier gibt es keinen Alberto Amore! Es interessiert mich nicht, ob sie vom Fernsehen sind. Sie können meinentwegen auch vom Mond sein. Wer ich bin? Das geht sie zwar nichts an, aber hier spricht Stefan Naumann… Nein, das ist kein Pseudonym, gerade das nicht… Was? Ich soll ihnen meine Geburtsurkunde zeigen? Kommen sie hier her und ich zeige ihnen etwas von meinem Beruf... Da freuen sie sich schon drauf? Das passiert mir selten, ich bin nämlich Pathologe! (Er legt entnervt auf.) Ich möchte nur wissen, welcher Idiot denen unsere Telefonnummer gegeben hat. Ich habe meinen diversen Damenbekanntschaften zwar diesen falschen Namen gegeben, aber doch niemals meine Telefonnummer. Wenn ich den erwische, dem werde ich`s geben…

Sina: Aber gerne. Hier? Oder wollen wir zu mir?

Stefan: (erschrocken) Sina, wie kommst du dazu dich hier rein zu schleichen! Kannst du nicht anschellen?

Sina: Wozu? Jeder weiß, dass der Schlüssel unter der Fußmatte liegt.

Stefan: Trotzdem hättest du klopfen können.

Sina: Dann wäre es für dich keine Überraschung gewesen.

Stefan: Nein, aber ein Alarmsignal! Stutzt Was meintest du gerade? Sag bitte nicht, du hast unsere Telefonnummer weitergegeben mit dem Hinweis hier würde Alberto Amore wohnen!

Sina: Doch, habe ich! Als kleine Rache, weil du heiraten willst.

Stefan: Und das sagst du mir so einfach ins Gesicht?

Sina: (schnurrt) Ich würde es dir gerne woanders hin sagen, da musst du nur näher kommen!

Stefan: Ich denke nicht daran. Das hatten wir schon oft genug. Aber das ist jetzt vorbei. Seit ich Caro getroffen habe, weiß ich, die und keine andere mehr.

Sina: Warum hast du das nicht bei mir gedacht?

Stefan: Du wolltest das doch gar nicht.

Sina: Das stimmt, aber ich hätte dich so gerne schmachten lassen. Das geht jetzt nicht mehr.

Stefan: Sina, du bist eine wundervolle Frau und wir hatten eine wundervolle unverbindliche Affäre und wussten immer, dass wir als Freunde wundervoll zusammen passen. Aber als feste Partner einfach zu anstrengend sind.

Sina: Schon gut, wenn ich noch einmal heiraten sollte, wovor Gott mich behüten möge, wünsche ich mir eh etwas jüngeres.

Stefan: Vielen Dank. Ich dachte, ich bin im besten Mannesalter.

Sina: Da geht es dir wie allen Männern. Sie denken immer das Falsche.

(Das Telefon klingelt)

Stefan: Oh, nein. Nicht schon wieder. Ich geh da nicht mehr dran.

(Das Telefon klingelt weiter.) Bitte, Sina, tu mir einen Gefallen und geh du ran. Wenn da wieder jemand Alberto Amore sprechen will, sag einfach Herr Amore ist unbekannt verzogen, aber sag es überzeugend, bitte.

Sina: Also schön. (Sie nimmt den Hörer ab)Hallo? Wen wollen Sie sprechen? Alberto Amore? Oh, da muss ich Ihnen leider sagen, dass er gerade...(Stefan nickt zufrieden.) ...draußen vorfährt, glaube ich. (Stefan sieht sie wütend an) Ich werde mal nachsehen. Bitte gedulden Sie sich einen Moment. (Sie tippt auf eine Taste) So, jetzt sitzt er in der Warteschleife.

Stefan: Warum tust du mir das an?

Sina: Weil du es verdient hast!

Stefan: Okay, dann gib mir den Hörer. Wer ist denn überhaupt dran?

Sina: Den Namen habe ich nicht ganz verstanden. Klang ähnlich wie Languste. Ein Mann. Spricht mit italienischem Akzent. Sehr anregend.

Stefan: total erschrocken Was? Bitte, frag ihn nach seinem Namen und wenn er Mario Linguini heißt, dann lass dir irgendetwas einfallen um ihn loszuwerden.Ich flehe dich an.Wir hatten doch so eine schöne Zeit miteinander. Du wolltest dich doch nicht binden...

Sina: Das ist es ja auch nicht, was ich will. Ich will etwas ganz anderes von dir. Wenn ich dir helfen soll, musst du mir versprechen, dass ich es bekomme.

Stefan: Was denn? Egal, erkläre es mir später. Ich verspreche dir alles, was du willst solange es mich nicht in die Pleite führt.

Sina: Versprochen?

Stefan: (hektisch) Versprochen. Und jetzt frag endlich nach, wer da genau dran ist.

Sina: Entschuldigen Sie bitte, aber wer spricht da? Aha, Mario Linguini...Ich?...Ich bin die Schwester von Stefan, genau. Steffi Naumann. Welcher Stefan? Ach so, das ist der...der Freund und... und... Mitbewohner von Alberto Amore, genau...Ja, ein ganz armer Teufel, kein Job, keine Wohnung und ein massives Alkoholproblem. Wirklich schlimm. Ja, genau, Alberto ist so ein mitfühlender Mensch, da kümmert er sich auch um solche Individien, die keiner haben will. Äh...nein, nein, leider. Ich habe mich vertan. Er war es doch nicht. Was? In Ordnung. Sie rufen später zurück. Auf Wiederhören...wie...ach so. Ja, ciao, ihnen auch. (Sie legt auf) 

Stefan: Was fällt dir ein so über mich zu sprechen?

Sina: Denk daran für Mister Languste bist du nicht Stefan sondern Alberto. Also musst du dich nicht aufregen. Er behauptet, er wäre dein zukünftiger Schwager. Woher hast du einen zukünftigen Schwager mit italienischem Akzent und einer so erotischen Stimme?

Stefan: (in Panik)Oh Gott, Sina, das darf nicht wahr sein. Das ist mein Ende. Ich habe gedacht, das wäre alles vergessen. Was soll ich nur tun? Der bringt mich um. Sina, ich kann mein Testament machen und ich hatte noch so viel vor.

Sina: Um Gottes Willen, Stefan! Beruhige dich! So schlimm wird es schon nicht sein.

Stefan: Sina, es ist nicht schlimm. Es ist furchtbar. Er wird mich umbringen, wenn er die Wahrheit erfährt.

Sina: Bevor du durchdrehst, erzähl mir doch bitte, worum es hier überhaupt geht.

Stefan: (immer noch panisch, aber bemüht ruhig zu werden) Ja, ja, vielleicht oder ich wandere aus, das könnte auch helfen. Okay, okay, ich erzähl dir alles. Also vor gut einem Jahr lernte ich eine wunderschöne Italienerin kennen, genau genommen, eine Sizilianerin. Ich sage dir, eine Frau zum dahinschmelzen...

Sina: (leicht angesäuert) Bitte, erzähle mir nur die wichtigen Sachen. Vor einem Jahr hattest du übrigens auch eine Affäre mit mir.

Stefan: Äh...du warst natürlich noch schmelziger.

Sina: Werd nicht schmalzig, dafür kenne ich dich schon zu lang. Komm endlich auf den Punkt.

Stefan: Punkt, ja. Also der Punkt ist, dass diese Frau, Maria heißt sie übrigens, nur an einem Italiener mit ernsten Absichten interessiert war. Etwas anderes kam für sie nicht in Frage.

Sina: Du bist weder Italiener noch hattest du, vor Caro, bei irgendeiner Frau ernste Absichten. Also musstest du die Finger von ihr weg lassen und alles weitere erst recht.

Stefan: Hab ich aber nicht.

Sina: Das war mir klar. Du hattest sowohl mit ihr als auch mit mir etwas...Zur gleichen Zeit?

Stefan: Beschwer dich nicht, du hast es doch gar nicht bemerkt. Du hast damals doch in dieser Nachtbar gearbeitet, weil du, wie immer Langeweile hattest.

Sina: Sitz du mal da mit einem Vermögen von drei verstorbenen Ehemännern, da braucht man halt ein Hobby.

Stefan: Jedenfalls musstest du morgens schlafen. Maria hatte morgens Zeit, weil sie erst nachmittags ins Geschäft musste. Du glaubst gar nicht, was das für eine anstrengende Zeit für mich war.

Sina: Erwarte bitte nicht, dass ich dich bedaure. Aber ich verstehe immer noch nicht, warum sie etwas mit dir angefangen hat, wenn du so gar nicht ihren Vorstellungen entsprichst!

Stefan: Du konntest mir doch auch nicht widerstehen.

Sina: Das siehst du falsch. Ich hatte einfach nur keine Lust auf eine Affäre mit einem Fremden. Da weiß man nie, was man bekommt oder ob der nur hinter meinem Geld her ist. Irgend so einen Toyboy auszuhalten ist nicht meine Sache. Nein, nein, nein. Dann nehme ich lieber die langweiligere Variante und zwar dich.

Stefan: Ich bin nicht langweilig.

Sina: Aber, Schätzelein, das ist doch nicht Schlimmes. So habe ich meine Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt und du konntest sie somit erfüllen.Aber jetzt zurück zu Maria. Du hast doch vorhin gesagt, sie wollte einen...

Stefan:...Italiener. Ich habe mich ihr als Alberto Amore vorgestellt.

Sina: Deine Schwester Steffi schreibt unter diesem Namen eine Rubrik in einem Männermagazin und zwar eine sehr bekannte.

Stefan: Genau und das habe ich mir zu Nutze gemacht.

Sina: Aber du kannst kein Wort italienisch. Wie solltest du da Italiener sein?

Stefan: Ich habe gesagt, dass meine italienischen Eltern gestorben sind als ich noch klein war und meine deutschen Pflegeeltern natürlich kein italienisch konnten. (lacht in Gedanken an seinen gut gelungenen Trick) Du glaubst gar nicht, was Frauen einem Mann so alles glauben (wird klar, wem er das sagt)...Also, ich wollte sagen, dass Frauen so unendlich gütige Wesen sind, so wie du?! (er sieht Sina hoffnungsvoll an)

Sina: Ich bin viel zu gütig, wenn du mich fragst. Also im Gegensatz zu mir, die einfach nur ein bisschen Spaß mit dir haben wollte, nehme ich mal an, dass diese Maria einen Ehemann wollte. Richtig?

Stefan: Richtig.

Sina: Also hast du ihr etwas von großer Liebe und baldiger Hochzeit vorgegaukelt. So konntest du auch ihre sizilianische Familie beruhigen. Richtig?

Stefan: Richtig.

Sina: Ich weiß, dass dir das als Mann nicht liegt, aber warum hast du nicht weiter nachgedacht? Das musste doch schief gehen.

Stefan: Musste es nicht. Ich wusste doch, dass Maria bald wieder nach Sizilien zurückkehren würde und ich konnte ja schlecht mit. Ich habe gedacht, wir schreiben uns dann ab und zu und irgendwann immer weniger und schließlich würde die ganze Sache im Sande zerlaufen. Das war mein Plan.

Sina: Der alleine schon schief gehen musste, weil er von dir ist. Richtig?

Stefan: Richtig, nein, nicht deshalb sondern, weil Maria einfach immer wieder geschrieben hat, per Post, per SMS, per e-Mail. Sie kann mich einfach nicht vergessen. Aber das kann man ja verstehen. Ich habe sie immer wieder vertröstet und in der letzten e-Mail, die ich ihr geschrieben habe, machte ich eine kleine Andeutung, ob es nicht besser wäre, wenn sie sich in Sizilien nach einem Ehemann umsieht.

Sina: Was hat sie geantwortet?

Stefan: Sie nicht, ihr Bruder! Er schickte mir daraufhin eine e-Mail.

Sina: Was hat er geschrieben?

Stefan: Nichts. Er sendete ein Foto aus der Pathologie.

Sina: Das kann dich als Pathologen doch nicht geschockt haben. Bilder von Leichen sind dir doch vertraut.

Stefan: Schon, aber diese hatte einen Zettel am Fuß mit meinem Namen!

Sina: Diesmal sitzt du wirklich in der Klemme!

Stefan: Ich weiß. Sina, du hast doch so viel Fantasie, dass bemerkte ich jedes Mal, wenn dich jemand nach deinem Alter fragt. Fällt dir nichts ein, wie ich aus dieser Geschichte raus komme ohne auf einem meiner Seziertische zu landen.

Sina (überlegt etwas länger) : Das ist nicht so einfach. Die Begründung, dass du bald eine andere heiratest scheidet wohl aus?

Stefan: Wenn du möchtest, dass morgen meine Todesanzeige in der Zeitung steht, dann ja!

(Sina stutzt. Mit einem Mal erhellt sich ihr Gesichtsausdruck.)

Sina:  Das war jetzt ausnahmsweise einmal eine wirklich gute Idee von dir. Also dann bis später.

(Sina eilt zur Tür.)

Stefan: Aber wo willst du denn hin? Ich dachte, du hilfst mir? Ich habe dir jeden Gefallen versprochen, lass mich jetzt nicht im Stich!

Sina: Für diesen Gefallen würde ich glatt einen Pakt mit dem Teufel persönlich eingehen!

(Während Sina das sagt, betritt Steffi den Raum.)

Steffi: Da bist du bei meinem Bruder genau richtig. Was hat er wieder angestellt? Bitte sagt mir, dass es weder etwas mit der Freundin sein besten Freundes noch mit der Frau seines Chefs zu tun hat!

Sina: Hat es nicht!

Steffi: Gott sein Dank! Mein Tag war heute stressig genug, da vertrage ich keine Testesteron gesteuerten Schwierigkeiten meines Bruders mehr.

Stefan: Also erlaube mal. So schlimm bin ich ja nun auch nicht!

Steffi: Moment! (Sie geht an einen Schrank/ein Regal und holt einen Stapel Zeitschriften hervor.)

Hier lies es selbst. In flangranti ertappt mit der Frau des Chefs. Job in Gefahr? Eine Nacht mit der Freundin des Freundes. Hält eine Männerfreundschaft das durch?

Sina: Das sind doch alles Artikel von dir, die du als „Alberto Amore“ geschrieben hast!

Steffi: Nach den Erlebnissen meines Bruders. Hier habe ich eine der besten Geschichten. Da hat er ein Verhältnis mit einer gewissen Alice gehabt, der er weiß machen konnte, er müsse sich verstecken, da er als Kronzeuge gegen die Mafia antreten würde. Alice im Wunderland so zu sagen. (lacht)

 Stefan: Ich habe das alles nur aus reiner Nächstenliebe getan. Diese entzückende Frau einfach Leid getan. Sie war so gelangweilt. Ich habe ihr damit quasi einen Gefallen getan und ein bisschen Spannung in ihr Leben gebracht. Außerdem musste ich meinen angesammelten Urlaub vom Vorjahr nehmen. Mein Chef bestand darauf. Da mir das Geld für eine vierwöchige Reise fehlte, musste ich mich doch anderweitig beschäftigen.

Steffi: Ich nehme an, es ist dir sehr schwer gefallen. Besonders da du zeitgleich noch zwei andere Frauen beglückt hast. Die Artikel darüber wurden mir quasi aus der Hand gerissen. Ich frage mich nur, wie man so blöd sein kann. Oder würdest du auf so einen Mann hereinfallen, Sina? Vormittags mit der einen, nachmittags mit der anderen, nachts mit der dritten!

Sina (beleidigt): Ich finde, das hat nichts mit Blödheit zu tun. Das kann jeder Frau passieren.

Steffi: (versteht): Oh, nein. Du warst auch eine davon? Das hat mir Stefan verschwiegen.

Sina: Mir wäre es lieb, du hättest es deinen Lesern verschwiegen.

Steffi: Dazu war die Geschichte zu gut. Zumal sie sich als Diättip gleich noch mal so gut verkaufen ließ. Stefan hat in der Zeit zehn Kilo abgenommen!

Stefan: Was blieb mir anders übrig? Ich hatte einfach zum Essen keine Zeit mehr. Aber das ist jetzt alles Vergangenheit. Steffi, du solltest deine alten Erfolge mit meinem Liebesleben genießen. Ab jetzt werde ich dir keine Geschichten mehr liefern.

Steffi: Das will ich auch hoffen. So gut deine Geschichten für meine, pardon, Albertos Leserschaft waren. Das Geld, das ich damit verdient habe, war der reinste Judaslohn. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen den armen Frauen gegenüber die auf meinen Bruder reingefallen sind. Ehrlich, meine Nerven liegen blank. Ich war kurz davor Albertos Kolumne sterben zu lassen nur um endlich wieder mit ruhigem Gewissen schlafen zu können.

Sina: Also würde dir Albertos Ableben nichts ausmachen? Aber wie würdest du dann dein Geld verdienen?

Steffi: Du tust gerade so als könnte ich nur diese dämlichen Erotikartikel schreiben. Zugegeben, ich habe gutes Geld als „Alberto“ verdient, aber ich bin durchaus auch in der Lage dies als Stefanie Naumann auch zu tun! Ehrlich gesagt, wäre ich sogar froh darüber, wenn das in naher Zukunft passieren würde. Aber mein Chefredakteur glaubt ja schließlich an Albertos Existenz und ich traue mich nicht ihm die Wahrheit zu sagen.

(Das Telefon klingelt, Stefan zuckt zusammen.)

Sina: Vielleicht brauchst du das gar nicht und diese ganze Alberto Sache erledigt sich von alleine. Warte mal ab. Zu Stefan Ich habe ja versprochen dir zu helfen, Stefan, obwohl du es nicht verdient hast! Aber denke ja an dein Versprechen.

Steffi: Was für ein Versprechen?

Sina: Wenn ich ihm jetzt helfe, verspricht er mir einen Wunsch zu erfüllen.

(Das Telefon klingelt wieder, Stefan gerät fast in Panik.)

Stefan: (sehr nervös)Ja, ich mach ja alles was du willst, aber jetzt lass dir schnell etwas einfallen.

Steffi: Ich weiß zwar nicht worum es geht, aber ich bin Zeuge deines Versprechens. Stefan, jetzt geh doch endlich ans Telefon, du stehst doch direkt daneben. Danach kannst du mir dann erklären wobei Sina dir helfen soll.

Stefan: Ach, klingelt das Telefon? Ich habe es gar nicht gehört. Aber lass es klingeln, das ist nichts Wichtiges.

Steffi: Wenn es wieder eine deiner Liebeleien ist, rasste ich aus.

Stefan: Ach, was. Die Zeiten sind doch vorbei.

Steffi: Dann kannst du doch auch endlich ans Telefon gehen.

Stefan: Nein, wir wollten uns doch mal in Ruhe unterhalten. Da muss ich doch nicht telefonieren.

(Steffi will ans Telefon. Stefan hält sie auf. Sina geht dran.Hört einen Augenblick hin bevor sie antwortet.)

Sina: Hier ist der automatische Anrufbeantworter. Leider ist niemand im Moment erreichbar und Nachrichten zwecklos. Vielen Dank für ihren Anruf!

(Sie legt auf.)

Steffi: Was sollte das denn?

Stefan: Steffi, irgend so ein Idiot hat unsere Telefonnummer rausgegeben mit dem Hinweis man könnte Alberto Amore hier erreichen!  Das war bestimmt wieder so ein Anrufer. Nicht war, Sina? (Sina nickt)

Steffi: Ach so, sagt das doch gleich. Wer hat nur unsere Telefonnummer weiter gegeben? Das ist wirklich eine Unverschämtheit.

Stefan: Eine große Frechheit.

Sina: (zischt zu Stefan) Pass auf, was du sagst, wenn ich dir helfen soll!

Steffi: Worauf soll er aufpassen?

Sina: Äh...auf sich. Auf seine Gesundheit.

Steffi: Ist die denn gefährdet?

Sina: Wenn er so weiter macht schon. Man sollte nie spaßen mit der m...

Stefan: (unterbricht schnell)...Mode. Man sollte nie spaßen mit der Mode. Ja, alles viel zu frisch, zu dünne Stoffe (hüstelt künstlich) Sina hat recht. Ich bin viel zu dünn angezogen. Ich glaube, ich habe mich erkältet. Ich habs schon im Hals.

Steffi: Dann solltest du wirklich aufpassen. Hier, (nimmt von der Garderobe einen riesigen Schal) leg den besser um. Keine Widerrede. Bis zu deinem Hochzeitstag trägst du das Ding. Du darfst jetzt nicht krank werden! Ich will auf jeden Fall vermeiden, dass dir auf dem Standesamt die Stimme wegbleibt!

Sina:  Entschuldigt mich, aber ich muss mich jetzt wirklich beeilen und dringend etwas erledigen!

Steffi: Was denn?

Sina: Na, ich muss doch Stefan helfen.

Steffi: Richtig, ihr wolltet mir noch erklären wobei.

Stefan: Sina ist dabei für mich... äh...also sie versucht...es ist ganz harmlos....

(wieder klingelt das Telefon)

Steffi: Wenn du jetzt schon wieder etwas angestellt hast, setze ich dich hochkantig vor die Tür, egal was ich unserer Mutter versprochen habe, und werde deiner zukünftigen Frau ein paar Takte über dein Vorleben erzählen. Auch wenn ich Caro nicht sonderlich leiden kann, sollte ich noch mehr Geschichten über dich erfahren, kann ich es einfach nicht mit meinem Gewissen vereinbaren sie in ihr Unglück laufen zu lassen. Bruder oder nicht! Da kenne ich keine Gnade mehr!

Sina: (geht ans Telefon) Kein Anschluss unter dieser Nummer! Ciao! (legt schnell auf) Aber Stefan, wir können doch Steffi ruhig alles sagen.

Stefan: Nein! Äh, dafür hast du jetzt keine Zeit, du wolltest doch schnell weg...

Sina: So viel Zeit muss sein. Steffi, es ist nämlich so...(denkt krampfhaft nach)... Also, die Wahrheit ist... (hat plötzlich einen Einfall) ...Felix!

Steffi/Stefan: Felix???

 Sina: Ja, Felix, dein bester Freund Felix.

(Sina sieht Stefan eindringlich an. Er sieht Sina fragend an.)

Stefan: Ach so, ja der Felix...ha, ha, dieser Felix.

Steffi: Was ist denn jetzt mit Felix?

Stefan: Ja, was soll schon mit Felix sein?

Sina: Du weißt doch wie Männer sind, wenn ihr bester Freund heiratet!

Steffi: Ach so, das meinst du!

Stefan: Genau. Was?

Steffi: Der Junggesellenabschied!

Stefan: So einen Blödsinn mache ich doch nicht... (Sina knufft ihn in die Seite.) Ja, natürlich. Felix, dieser alte Schwerenöter.

Sina: Was der sich alles ausgedacht hat. Ich muss ihn daher unbedingt aufhalten. Vor allem wegen... wegen...der Stripperin.Furchtbar! Da muss ich Stefan einfach helfen sonst taucht hier noch so eine Stripperin auf. Felix hatte so etwas erwähnt.

Stefan: (versteht nicht sofort) Echt? Super! (erneuter Seitenhieb von Sina)  Also super von Sina das zu verhindern.

Steffi: Stimmt. Wie ich dich kenne, würdest du es nämlich noch schaffen am Tag vor der Hochzeit mit der Stripperin etwas anzufangen. Ich verstehe Felix nicht. So etwas passt aber doch gar nicht zu ihm. Er weiß doch wie anfällig du bist. Also ich werde mal mit ihm sprechen.

Sina: Das mache ich schon. Ich werde ihn aufhalten mitsamt der Stripperin. Bleib du lieber hier und gehe einfach nicht ans Telefon.

Steffi: Wieso das?

Stefan: Du kennst doch Felix. Der ist mit allen Wassern gewaschen!

Steffi: Sprechen wir von dem gleichen Felix? Dem Felix, der jeden Sonntag mit seiner Mutter in die Kirche geht, ihr einmal wöchentlich einen Blumenstrauß mitbringt und sich selbst geschworen hat unschuldig in die Ehe zu gehen?

Sina: Das sind die schlimmsten. Überleg mal seit über vierzig Jahren wartet der darauf eine Frau nackt zu sehen.

Stefan: Genau, deshalb hat er quasi darauf bestanden und wer weiß, wie viele Stripperinnen der noch so engagiert hat. Wenn keiner ans Telefon geht, dann geben die bestimmt auf.

Sina: Ganz genau. Das ist die beste Methode. Aber jetzt muss ich wirklich los sonst verpasse ich noch...ich meine, sonst treffe ich Felix nicht mehr rechtzeitig! Wir sehen uns morgen!

(Sina rennt raus bevor Stefan etwas sagen kann.)

Stefan: Warte, Sina! Wann denn…Weg ist sie. Hoffentlich kommt sie nicht morgen früh vorbei.

Steffi: Was wäre daran so schlimm?

Stefan: Morgen früh habe ich Caro zum Brunch in dieses neue In-Lokal eingeladen. Die haben auch einen Cateringservice und Caro hat darauf bestanden, dass nur der in Frage kommt für unser Hochzeitsessen. Aber wir treffen uns vorher hier.

Steffi: Und du hast Angst, dass Sina hier auftaucht und womöglich irgendetwas tut, was dir unangenehm ist.

Stefan: Na, du kennst doch Sinas direkte Art.

Steffi: Du solltest ein bisschen mehr Vertrauen in alte Freunde haben!

Stefan: Du hast ja Recht, sie wird schon nichts anstellen!

Steffi: Seid wann bist du so naiv?

 

Vorhang

 

 

 

 

1.     AKT   2. Szene

Auftretende Personen: Stefan, Steffi, Caro, Alice

(Am nächsten Vormittag.

Stefan flitzt durch das Zimmer, dabei sich fertig anzuziehen.)

Stefan: Mensch, jetzt muss ich mich aber auch beeilen.

Steffi: Musst du noch weg?

Stefan: Du weißt doch, der Brunch.

Steffi: Ach ja, in dem neuen Lokal. Ich war gestern Abend noch mit ein paar Freunden dort. Wirklich sehr zu empfehlen. Das Essen war hervorragend. Aber ich liebe die italienische Küche ja sowieso

Stefan: (schluckt und spricht etwas zittrig) Italienisch?!

Steffi: Ja.

Stefan: (noch etwas zittrig)Ausgerechnet ein Italiener. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen!

Steffi:  Unsinn! Der ist wirklich gut, das Essen wurde frisch und heiß serviert. Apropos, denk bitte dran deinen Schal um zu legen. Du darfst alles, aber jetzt...

Stefan: (unterbricht)... auf keinen Fall krank werden, damit es mir die Sprache auf dem Standesamt nicht verschlägt. Du hast mich gestern so oft daran erinnert, dass ich diese Nacht schon davon geträumt habe.

Steffi: Dann träum nicht nur davon sondern mach es auch. Nimm den Schal.

Stefan: Ich bin kein kleines Kind mehr und trage dann einen Schal, wenn es mir passt.

Steffi: Dann sollte es dir jetzt passen, damit du ohne Halsschmerzen im Lokal ankommst und alles für das Hochzeitsessen besprechen kannst!

Stefan: Das schaffe ich auch ohne dieses fünf Meter Monstrum. Außerdem werde ich endlich Caros Assistentin kennen lernen, was soll die denn von mir denken, wenn ich so rumlaufe. Caro ist doch die erste Vorsitzende der Emanza e. V. und da hat sie so eine Art „rechte Hand“ und die soll ihre Trauzeugin werden.

Steffi: Sie nimmt ihre Assistentin als Trauzeugin? Hat Caro denn keine Freundin, die sich dazu eignet?

Stefan: Caro ist sehr wählerisch!

Steffi: Das kann nicht sein, wenn sie dich heiraten will. Andererseits spricht es für ihren schlechten Geschmack.

Stefan: Soll ich dich gleich in mein Labor bringen?

Steffi: Was soll ich denn da?

Stefan: Dein Gift ablassen damit ich ein Gegenmittel dafür finde. Das klappt bei Schlangen hervorragend

Steffi: Ist ja schon gut. Dann werde ich ab jetzt überhaupt nichts mehr sagen.

Stefan: Dafür wäre ich dir mehr als dankbar. Besonders wenn Caro mit ihrer Assistentin auftaucht. Ich möchte nämlich einen guten Eindruck hinterlassen.

Steffi: Dann musst du dich in Luft auflösen oder eines plötzlichen Todes sterben. Aber wenn Caro hier auftaucht, kann ich eh nichts sagen.

Stefan: Wieso nicht?

Steffi: Weil der Brechreiz überwiegt.

Stefan: Wenn du sie so schlimm findest, warum setzt du dich dann so für unsere Hochzeit ein?

Steffi:  Versprochen ist versprochen und ich habe es unserer Mutter versprochen.

Stefan: Stimmt, sie hätte sonst keine Ruhe gehabt mit dem Tangotänzer durchzubrennen.

Steffi: Das ist jetzt über zwanzig Jahre her. Offen gestanden hatte ich mir deine Junggesellenzeit ein wenig kürzer vorgestellt. Sobald du „Ja“ gesagt hast, gehört das Haus mir alleine und ich muss mich nicht mehr um dich kümmern.

Stefan: Also bitte. Ich bin ein erwachsener Mann. Ich brauche niemanden der sich um mich kümmert. Aber schön, damit du Ruhe gibst.

(Er wirft sich widerwillig den Schal um.)

Steffi: Und was war als ich mal vier Wochen beruflich unterwegs war und du hier ganz alleine warst?

Stefan: Das hat mir ja auch leid getan. Eine kleine Fehlplanung. Oben in meinem Schlafzimmer lag die süße Kellnerin, die ich einen Abend vorher kennen gelernt hatte. Die war gerade erst hier in die Stadt gezogen und fühlte sich so alleine. Da tat sie mir so leid...Plötzlich klingelte es und eine alte Freundin von mir stand da. Die hatte einfach kein Hotelzimmer gefunden und da musste ich doch...

Steffi: Ausgerechnet mein Schlafzimmer zur Verfügung stellen. Ich möchte gar nicht mehr davon sprechen. Sonst komme ich doch noch in Versuchung Caro davon zu erzählen.

Stefan: Du versprichst mir jetzt hier auf der Stelle, dass du, wenn Caro und ihre Assistentin hier sind, kein Wort mit ihnen wechselst außer „Guten Tag“, „Danke“ und „Wie geht`s?“

Steffi: Warum sollte ich dir irgendetwas versprechen?

Stefan: Weil du mich loswerden willst, hast du selbst oft genug gesagt. Aber wenn Caro mich nicht heiratet, wirst du mich nicht los.

Steffi: Um Gotteswillen, dann bleibst du noch ewig hier wohnen. Alles klar. Ich verspreche, ich werde kein Wort mit ihr wechseln.

Stefan: Außer „Guten Tag“, Danke“ und „Wie geht´s?“.

Steffi: Außer „Guten Tag“, „Danke“ und „Wie geht`s?“.

Stefan: Das schwöre ich beim Leben meines geliebten Bruders.

Steffi: Du hast doch gar keinen Bruder.

Stefan: Nicht ich. Du sollst das sagen.

Steffi: (genervt) Ich lüge so ungern. Also gut: Ich schwöre es beim Leben meines geliebten Bruders. Reicht das jetzt?

Stefan: Wenn du mir das vielleicht noch schriftlich geben könntest.

Steffi: (platzt der Kragen) Stefan, es reicht. Du weißt ganz genau, dass ich mich an meine Versprechen halte.

Stefan: Das gehört sich auch so.

Steffi: Richtig und das erwarte ich jetzt und in Zukunft auch von dir. Denn ich habe es bis hier stehen (zeigt mit der flachen Hand unter die Nase) deine ewigen Weibergeschichten, deine Lügen und Ausflüchte.

Stefan: (wütend, wird lauter)Mit denen du eine Menge Geld verdient hast als Alberto Amore. Ohne mich wärst du pleite.

Steffi: (richtig sauer, schreit) Bilde dir bloß nichts ein. Ich kann mein Geld auch ohne Alberto Amore verdienen unter meinem eigenen Namen. Aber weißt du was, du aufgeblasener Möchte-gern-Casanova? Ohne dich wäre ich ein ausgeglichener ruhiger Mensch ohne Anwartschaft auf einen Nervenzusammenbruch. Ohne dich hätte ich meinen Seelenfrieden und endlich Ruhe im Haus. Meinentwegen kannst du dir deine Geschichten wer weiß wo hinstecken und Alberto mit dazu. Ich brauche euch beide nicht!

Stefan: Na, schön. Dann geh doch!

Steffi: Das würde ich auch.

Stefan: Warum machst du es dann nicht?

Steffi: Das ist mein Haus!

Stefan: (plötzlich wieder ruhig) Das ist ein Argument, das ich gelten lasse. Entschuldige mich. (er verschwindet schnell bevor Steffi etwas sagen kann) Und denk an dein Versprechen.

Steffi: (schreit hinterher) Und wie ich daran denken werde. Da ich deine Braut nicht leiden kann, ist sie die perfekte Frau für dich. Man, der kann mich wirklich zur Weißglut treiben. Ich brauche jetzt erst einmal einen Kaffee und ein spätes Frühstück, damit ich mich beruhige.

(Sie geht durch eine Tür in die Küche. Kommt kurz darauf zurück.)

Mist, der Kaffee ist alle und kein Brot mehr da. Na gut, dann gehe ich schnell rüber in den Laden und gönne mir zum Kaffee auch noch frische Croissants und die Tageszeitung.

(Steffi ab. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür. Caro betritt mit ihrer Assistentin Alice den Raum. Sie hat einen Kleiderbeutel und allerlei weitere Tüten und Taschen mit. Auch Alice ist schwer beladen.)

Caro: Vielen Dank für deine Hilfe. Ich hätte das ganze Zeug gar nicht in mein Auto bekommen. Ich hoffe, ich habe deine Pläne jetzt nicht zu sehr durcheinander gebracht?

Alice: Nein, nein. Außer unserer Verabredung heute Abend hatte ich keinen weiteren Termin. Obwohl ich mich auch nur schwer dazu überwinden konnte. Ich habe es nur aus langjähriger Verbundenheit zu dir getan.

Caro: Das weiß ich und daher weiß ich es noch mehr zu schätzen. Puh, ich kann nicht mehr. Wer hätte gedacht, dass Hochzeitsvorbereitungen so anstrengend sind?

Alice: Lass es dir eine Warnung sein! Wenn die Vorbereitungen schon so sind, wie soll die Ehe dann erst werden?

Caro: Wunderbar!

Alice: Caro, die Feier wird sicher schön...

Caro: Sie wird traumhaft!

Alice: Das ist ja die Falle!

Caro: Was für eine Falle?

Alice: Man hat Hochzeitsfeiern nur dazu erfunden um von dem anschließend folgenden Horror abzulenken. Das hast du selbst gesagt!

Caro: Wann soll ich das gesagt haben?

Alice: (holt ein Notizbuch raus, blättert) Am 30.08 vor sieben Jahren und am 25.09. desselben Jahres bei deinem Vortrag: Ehe – Der Horror zu zweit.

Caro:  Ich spiele nicht die Hauptrolle in einem Horrorfilm sondern heirate am kommenden Wochenende!

Alice: Hättest du früher nicht selbst gesagt, dass der Horrorfilm die bessere Wahl wäre?

Caro: Alice, ich verstehe dich. Ich habe früher genauso gedacht wie du!

Alice: Das ist es ja. Du warst immer mein großes Vorbild. Alle Frauen unseres Vereins „Emanza e. V.“ bewundern dich. Du hast dir nie von einem Mann etwas gefallen lassen und so viele Frauen durch deine Kurse wie „Der Mann, das unbekannte Wesen“ vor einem schweren Fehler bewahrt. Dem Fehler, den du jetzt machen willst: zu heiraten! Erinnerst du dich noch an das Beschwerdeschreiben vom Standesamt, weil so viele Frauen nach deinem Kurs „Nein!“ gesagt haben?

Caro: Ja, und das war auch richtig in ihrem Fall. Aber in meinem Fall ist es etwas ganz anderes. Bevor ich Stefan kennengelernt habe, habe ich auch gedacht, dass man bei einem Mann nicht vorsichtig genug sein kann.

Alice: Genau. Ich kann mich noch so gut an deine Rede bei unserer Jahreshauptversammlung vor drei Jahren erinnern: „Traue nie einem Mann, den du nicht selbst geboren hast! Und selbst da, nimm dich in Acht!“

Caro: Prinzipiell stimmt das ja auch. Ich habe genug Erfahrung in meiner Praxis gesammelt um das zu bestätigen. Als Psychologin erfährt man sehr viel...

Alice: ...und sollte klüger daraus werden.

Caro: Das bin ich doch auch. Deshalb kann ich einen Mann, der wirklich ehrlich und treu ist, erkennen. Glaub mir, da kann mir keiner etwas vormachen. Stefan ist der ehrlichste und zuverlässigste Mann, den ich je getroffen habe. Gerade du als meine langjährige Assistentin solltest mir vertrauen und dich mit mir freuen.

Alice: Du hast ja Recht, Caro. Wenn eine weiß, ob man einem Mann vertrauen kann, dann du! Ohne dich, wäre ich damals hoffnungslos auf diesen Typen reingefallen. Ich war aber auch so dumm!

Caro: Nein, nein, nein, Alice. Das darfst du nie von dir denken. Er war ein verlogener Mistkerl, nichts anderes.  Das musst du dir immer wieder klar machen.Vor solchen Männern warne ich die Fauen bei „Emanza e. V.“ und das werde ich auch weiterhin tun. Ihr könnt mir blind vertrauen.

Alice: Das tun wir auch. Was hätte ich nur ohne dich damals getan. Vor allen Dingen als er sich noch in diesem Artikel über mich lustig gemacht hat. So eine Dreistigkeit. Ich habe doch wirklich geglaubt, der arme Kerl wäre ständig auf der Flucht vor der Mafia.

Caro: Du warst nicht Schuld daran. Er hat dich belogen. Und glaube mir, er war ein Profilügner. Die Sorte kenne ich. Du hast nichts falsch gemacht. Denk an unser Vereinsmotto!

Alice/Caro:  (laut, zusammen) Frauen sind die besseren Menschen!

Caro: Aber andererseits hat auch ein Mann ein Recht auf eine faire Chance. Also nicht alle, aber man muss auch Ausnahmen machen. Es gibt, zugegeben ganz selten, Männer, die unsere Liebe verdient haben. Natürlich ist diese Gattung sehr schwer zu finden, weil sie nicht sonderlich weit verbreitet ist. Aber ich habe mit meiner jahrelangen Forschungsarbeit einen sicheren Blick für diese seltene Spezie bekommen.  Immerhin habe ich ja auch einige erfolgreiche Bücher zu diesem Thema geschrieben.

Alice: Oh ja. Alle Frauen in der Emanza e. V. haben diese Bücher geradezu verschlungen. “Erziehe deinen Mann- leicht gemacht“ sowie die umwerfende Lektüre: „Jeder Mann kann artig werden!“ Wenn ich es so bedenke. Du hast Recht, ich habe mir wirklich unnötige Sorgen um dich gemacht.

Caro: Gut, dass du es endlich einsiehst. Allmählich hatte ich schon bedenken, ob du als Trauzeugin die geeignete Person bist.  

Alice: (bittend, bettelnd) Oh, doch. Das bin ich auf jeden Fall. Alle Vereinsmitglieder werden mich beneiden, dass du mich auserwählt hast.

Caro: Es freut mich, dass du diese Auszeichnung zu schätzen weißt. Jetzt wird es aber auch Zeit, dass du endlich meinen Verlobten kennen lernst. Glaube mir, du wirst überrascht sein, dass es noch solche Männer gibt.

(Steffi kommt herein mit einer Einkaufstüte und einer zusammen gerollten Tageszeitung unterm Arm, sieht Caro und Alice und will wieder umkehren, wird aber von Caro aufgehalten.)

Caro: Ah, da ist ja meine liebe zukünftige Schwägerin und das ist meine Trauzeugin und rechte Hand in der Emanza e. V., in die du übrigens auch endlich eintreten solltest.

Steffi: Guten Tag.

Alice: Sehr angenehm Sie kennen zu lernen. Ich bin schon sehr gespannt auf den Bräutigam.

Steffi: Danke!

Alice: Wofür?

Caro: Sie fühlt sich geschmeichelt, weil du dich so auf ihren Bruder freust. Nicht wahr, Steffi!

Alice (erschrickt): Caro! Wir haben den Konditor total vergessen.

Caro: Oh, nein. Das ist meine letzte Chance. Wir müssen schnell noch mal hin und ihm sagen für welche Torte ich mich entschieden habe. Sonst haben wir eine Hochzeit ohne Hochzeitstorte. Und wir müssen unbedingt noch dem Floristen sagen, dass er für meinen Brautstrauß auf gar keinen Fall weiße Lilien verwenden darf.

Alice: Aber das sind doch deine Lieblingsblumen!

Caro: Ja, deshalb wollte ich ja auch unbedingt welche haben. Aber dann hat mir Stefan gesagt, dass er gegen Lilien wahnsinnig allergisch ist. Er bekommt dann Niesanfälle. Stell dir vor, was für eine Katastrophe das wäre bei der Hochzeit.

Alice: Weißt du was, ich lauf eben rüber. Die Konditorei liegt gleich neben dem Blumenladen. Das ist ja nicht so weit und ich weiß ja, was du möchtest. Dann müsstest du nur noch sehen, ob die Länge des Kleides mit den richtigen Schuhen passt, damit die Schneiderin es sonst noch ganz schnell ändern kann.

Caro: Stimmt ja. Das ich ausgerechnet zur letzten Anprobe noch nicht die richtigen Schuhe hatte. Aber jetzt sind sie ja da. Also dann geh schnell. Meine Schwägerin muss mir dann bei der Anprobe helfen. Das machst du doch, Steffi?

Steffi: Wie geht`s?

Caro: Das ist nicht so schwer. Also, bis später.

(Alice ab)

Steffi: Danke!

Caro: Aber bitte, ich habe zu danken, dass du mir hilfst. Stefan ist wohl noch nicht zu Hause? (Steffi sagt nichts, sieht sie nur an) Gut, schließlich darf er es noch nicht sehen. Du wirst staunen. Das Kleid ist ein Traum, total extravagant. Es wäre nur sehr nett, wenn du mir helfen könntest beim anziehen. Komm Steffi, wir müssen uns beeilen bevor Stefan da ist. Wir müssen doch gleich wieder los zum Brunch.

 

Vorhang

 

 

1.     Akt   3. Szene

Auftretende Personen: Felix, Stefan, Sina, Alice, Caro, Steffi

(Zehn Minuten später.

Einen Moment später betritt Felix den Raum. Er hält eine Zeitung in der Hand.)

Felix: Stefan? Ich bin es, Felix. (Er sieht in die Zeitung.) Mein Gott, wie traurig. Und die Beerdigung ist auch noch ausgerechnet am gleichen Tag wie die Hochzeit. Alt ist er ja wirklich nicht geworden. Schade, da wohnt dieser bekannte Typ bei meinem besten Freund im Haus und ich habe ihn nie kennengelernt. Jedenfalls nicht lebendig. Hoffentlich haben die nicht schon ein anderes Beerdigungsinstitut ausgewählt. Aber nein, Stefan wird doch seinen alten Freund Felix nicht vergessen. Aber warum hat er mich dann nicht schon angerufen und mir Bescheid gesagt? Wahrscheinlich ist ihm gerade alles zu viel. Ausgerechnet jetzt! Man, der ist aber nicht alt geworden. (Ruft wieder.) Stefan?

(Stefan kommt herein.)

Stefan: Hier bin ich ja. Mit dir hatte ich gar nicht gerechnet.

Felix: (beleidigt )Oh. Ich hatte eigentlich schon damit gerechnet, dass du dich an mich wendest in dieser Angelegenheit. Ich habe ja auch eigentlich genug zu tun, aber auf Grund unserer alten Freundschaft, dachte ich, es wäre selbstverständlich, dass ihr meine Dienste in Anspruch nehmt in einem solchen Fall?

Stefan: (beschwichtigend) Aber Felix, natürlich machen wir das gerne. Wir dachten nur, wenn du so viel zu tun hast…Aber wenn du das ein oder andere für uns erledigen möchtest, gerne.

Felix: Aber selbstverständlich mache ich das. Du kannst dich ganz auf mich verlassen. Und wie fasst Steffi es auf?

Stefan: Du kennst doch Steffi. Sie regt sich gerne auf, aber im Grunde kann sie nichts erschüttern.

Felix: Tapferes Mädchen. Jetzt wo sie so ganz alleine…ich meine, ich glaube, da wird es eine richtige Fangemeinde geben die trauert, das sollten wir bei den Vorbereitungen berücksichtigen. Ich meine, die Zaungäste.

Stefan: (sehr geschmeichelt) Zaungäste? Also Felix, meinst du nicht, du überschätzt da die ganze Sache ein wenig?

Felix: Keineswegs. Ich habe vorhin mit dem Chefredakteur gesprochen. Der hat mir auch gesagt, die Telefone stehen bei ihm nicht mehr still wegen der Feierlichkeiten am 13. Vor allen Dingen viele Männer haben sich gemeldet.

Stefan: (noch geschmeichelter) Auf Frauen hatte ich getippt, aber Männer? Das hätte ich nun wirklich nicht vermutet. Aber, Moment mal, woher wissen denn so viele von dem Termin?

(Während er spricht hat Sina den Raum betreten.)

Felix: Na, durch die Anzeige natürlich.

Stefan: Welche Anzeige? Ich habe keine Anzeige aufgegeben.

Sina: Du nicht, aber ich!

Stefan: Du setzt eine Anzeige in die Zeitung für mich?

Sina: Nein, natürlich nicht.

Felix: Warum sollte sie das auch tun? Aber diese hier ist wirklich schön. Hast du gut gemacht, Sina, sehr geschmackvoll. Ich hatte ja eigentlich gedacht, Steffi macht das, wo sie ihm doch so nahe stand.

Stefan: Wieso stand?

Felix: Ich weiß, es fällt einem immer schwer plötzlich in der Vergangenheitsform von jemandem zu reden, aber man darf die Tatsachen nicht verdrängen.

Stefan: Also bitte Felix, es handelt sich schließlich um meine Hochzeit…

Felix: Ich kann mir vorstellen Stefan, wie tragisch das für dich sein muss.

Stefan: Also bitte Felix, dass finde ich nicht fair…

Felix: Du hast Recht, das Leben ist nicht fair. Aber denk doch mal an den armen Alberto. Er dachte am 13. feiert er mit euch ein Fest und nun feiert ihr für ihn ein Fest.

(Es klingelt an der Haustür.)

Warte, ich gehe schon aufmachen, damit du Zeit hast dich zu fassen. Du stehst ja noch unter Schock.

(Felix ab.)

Stefan: Irgendwie ist Felix heute komisch. Wie viele Gedanken er sich über meine Hochzeitsfeier macht.

Sina: Aber er macht sich doch keine Gedanken um deine Hochzeitsfeier sondern um die Feierlichkeiten am 13.

Stefan: Sag ich doch.

Sina: Was? Eure Hochzeit ist auch am 13.? Deshalb kam mir das Datum so bekannt vor. (kichert) Na, da ist mir dann wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. Du weißt, ich kann mir Zahlen nicht merken.

Stefan: (nichts Gutes ahnend) Was für ein kleiner Fehler?

Sina: Na ja, den mit der Beerdigung, die ist jetzt dummerweise am gleichen Tag wie eure Hochzeit. Aber ganz ehrlich, das ist doch eine Kleinigkeit. Morgens in die Kirche zur Bestattung, nachmittags zur Hochzeit. Hauptsache das Wetter ist schön. Ich glaub, ich geh dann jetzt.

(Sina will schnell hinaus, Stefan stellt sich ihr in den Weg.)

Stefan: Wessen Beerdigung?

(Felix kommt in diesem Moment mit Alice herein. Stefan steht mit dem Rücken zu ihr. Als er ihre Stimme hört zuckt er zusammen.)

Alice: Wenn sie mich fragen von dem größten Macho aller Zeiten, der es nicht anders verdient hat. Ciao, Alberto Amore. Du hast genug Frauen ausgenutzt.

(Steffi und Caro haben das Zimmer betreten. Caro trägt ein auffallend hässliches Kleid.)

Caro: Ich habe die Todesanzeige auch gelesen und konnte kein Bedauern empfinden. Was sagst du dazu, Steffi?

Steffi: Danke!

Caro: Heute sind wir aber wirklich immer einer Meinung. Genau, danke, dass es einen Mann dieser Sorte weniger gibt. Stefan, sieh mich ja nicht an. Es bringt Unglück, wenn der Bräutigam die Braut vor der Hochzeit im Hochzeitskleid sieht.

Sina: Das ist das Hochzeitskleid?

Caro: Ein Traum, nicht wahr?

Sina: Ganz bestimmt, es kommt nur auf die Sichtweise an.

Steffi: Danke!

Alice: Caro, du hast so einen außergewöhnlichen Geschmack! Fantastisch!

(Stefan horcht wieder auf Alice Stimme und duckt sich immer mehr. Er zieht Sina an sich heran und unterhält sich panisch flüsternd mit ihr.)

Stefan: Sina, was immer du auch immer angestellt hast, es sei dir verziehen, wenn du mir noch dieses eine Mal hilfst.

Sina: (flüstert zurück) Ich habe dir doch schon geholfen. Schließlich bist du tot, also nicht in echt, aber für Maria und die Sizilianer und so.

Stefan: Sina, ich verstehe kein Wort von dem, was du sagst…Aber wer ist die Frau, die da eben gesprochen hat?

Sina: Du wirst doch wohl deine Braut erkennen?

Stefan: Nicht die, die andere!

Caro: Stefan? Darf ich dir meine Assistentin Alice vorstellen, meine Trauzeugin.

Felix: Alice? Da gab es doch mal einen Artikel, den der liebe Verstorbene Alberto Amore geschrieben hat.

Steffi (lautes, entsetztes): Wie geht´s? (ungläubiger Blick zu Stefan, der ebenfalls erstarrt)

Felix: Danke, Steffi. Im Gegensatz zu Alberto kann ich nicht klagen. (lacht, stellt verlegen fest, dass keiner mit lacht) Kleiner Bestatterwitz.

Sina: (flüsternd zu Stefan) Sie heißt Alice.

Stefan: (flüstert wütend zurück) Das habe ich gehört! Alice! Das muss ein Alptraum sein!

Sina: f. Das hast du nur an ihrer Stimme erkannt? Du hast vollkommen Recht!

Stefan: f. Bring mich hier raus. Und zwar schnell und unauffällig.

Sina: f Wie denn?

Stefan: f  (Stefan bleibt in vorgebeugter Haltung, wie schon die ganze Zeit und schlingt den großen Schal immer mehr um sich herum, so dass kaum etwas von seinem Gesicht zu sehen ist. )Ist mir doch egal, du hast scheinbar auch Alberto umgebracht, da wirst du mich doch wohl jetzt noch hier rausbringen!

Caro: Stefan? Ich habe dir gerade Alice vorgestellt und dachte eigentlich, du würdest sie begrüßen?! Ich verstecke mich auch hinter ihr damit du diesen Traum von Kleid nicht siehst!

Stefan: wieder laut Mmmh…höhöm…

Alice: Ist er Ausländer?

Caro: Stefan, wärst du bitte so freundlich und würdest vernünftig mit uns sprechen! Was ist denn los?

Sina: Er kann nicht!

Caro: Liebe Sina, warum sollte mein Verlobter plötzlich nicht mehr mit mir sprechen können?

Sina: Wegen der Erkrankung.

Felix: Aber vorhin war er doch noch völlig gesund!

Sina: Ja, es ging ganz schnell, urplötzlich. Fieber, Husten, Ausschlag, Stimme weg. Furchtbar.

Caro: Mein Gott! In der Todesanzeige von Alberto Amore stand etwas von einer tropischen Krankheit, die ihn plötzlich dahin gerafft hat. Stefan wird sich doch nicht etwa angesteckt haben? Schließlich hat dieser Mensch ja hier gewohnt!

Sina: Das kann natürlich sein. Also an eurer Stelle würde ich sehr großen Abstand zu ihm halten bis wir Genaueres wissen.

Steffi  (versucht krampfhaft einen Lachanfall zu verbergen, es gelingt nicht richtig): Wie geht´s?

Alice: Ich glaube, die hat auch was abgekriegt.

Felix: Man weiß das nie bei tropischen Krankheiten. Da muss man ganz vorsichtig sein.

Sina: Ich denke, das Beste wird sein, wenn jetzt alle, die nicht hier wohnen, das Haus schnell verlassen. Zur Sicherheit.

Caro: Und was ist mit Ihnen?

Sina: Ich hatte bereits alle tropischen Krankheiten. Deshalb bin ich immun. Felix, bringe die Damen schnell zur Tür und dann kommst du zurück und hilfst mir hier…

Caro: Oh, mein Gott. Mein armer Liebling und das kurz vor unserer Hochzeit…

Felix: Aber ich hatte auch noch keine tropische Krankheit. Ich werde besser auch gehen, zur Sicherheit.

Stefan: Nein. Ich meine…hmhäho  (er macht markerschütternde gepeinigt Laute)

Sina: Felix, du bleibst. Du bist Bestatter, die sind auch immun dagegen.

Caro: Was ist das denn für eine merkwürdige Krankheit? Das ist doch Blödsinn.

Sina: Stefan ist schließlich Pathologe. Er hat es mir selbst gesagt, dass es so ist.

Caro: Aber er kann doch nicht sprechen!

Sina: Zeichensprache. Nicht wahr, Stefan? (Stefan nickt mit dem ganzen Körper) Wir unterhalten uns immer in Zeichensprache, schon seit wir Babys waren, da haben wir uns das angewöhnt, weil wir nicht sprechen konnten. (Steffi kann nicht mehr, verliert vor Lachen den Halt.) Und jetzt wird es wirklich Zeit. Ihre Schwägerin scheint sehr stark betroffen zu sein. Diese Anfälle sind typisch für diese Krankheit. Es kann sein, dass sie gleich anfängt zu beißen!

(Caro und Alice stürmen aus dem Raum. Felix will hinterher.)

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